Gerne hätte ich mit Helmut Schmidt mal eine Zigarette geraucht. Ja, dafür hätte ich das Rauchen sogar wieder angefangen. Leider ist er dann ganz plötzlich und überraschend von uns gegangen. Ich hätte mich gerne Astrid Lindgrens prüfendem Blick gestellt und mich mit ihr darüber unterhalten, wie Kinder aufwachsen sollten. Es wäre eine kurze Unterhaltung geworden, denn ich glaube, dass wir einer Meinung sind. Ja, und Nina George wollte ich gerne mal treffen, nachdem ich das erste Mal ein Buch von ihr gelesen habe. Das Lavendelzimmer. Und ein zweites. Und … so weiter.

Manche Autoren schreiben Geschichten, wie für uns gemacht. Nina Georges Geschichten sind … wie für mich geschrieben. Das schafft Nähe. Auch, wenn man den Menschen gar nicht kennt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich es schaffe zu einer von ihren Lesungen zu kommen. Entweder zu weit weg, oder ich habe keine Zeit, oder es ist bereits ausverkauft … aber dann: Kerpen!

Es hat geklappt! Ein wunderbarer Abend mit Nina George. Ich war gespannt, was wird sie lesen, wie wird sie die Lesezeit aufbauen? Wird sie viel lesen oder auch erzählen? Persönliches? Ihr werdet jetzt sicher Einzelheiten wissen wollen … Nein, die gibt es nicht. Das macht keinen Sinn! Es macht auch keinen Sinn, wenn ich euch erzähle, wie gut der Sauerbraten geschmeckt hat, den meine Mutter gekocht hat. Man muss es selber erleben.

PS. Ach ja, es gab Rotwein. Gerne hätte ich mit ihr einen Rotwein getrunken und mit ihr über die Bretagne erzählt, ihr zugehört, wie es sich dort schreibt … Vielleicht beim nächsten Mal. (Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.)