Andrea Agnes Annette Moll
Schriftstellerin auf dem Weg zu meinem ersten Buch ...

 Mein Jahresrückblick 2016

 

Emma: „Wir Menschen müssen uns nicht suchen.

              Unsere Herzen finden zueinander.“

                  (Andrea Agnes Annette Moll)

 

Dieser Jahresrückblick, den ich nun schon seit vielen Jahren schreibe, hilft mir, die Dinge im Rückblick noch einmal bewusster zu sehen. Wieder ist ein ereignisreiches Jahr zu Ende gegangen. Es war ein sattes, intensives, emotionales Jahr. Gefüllt mit schönen Momenten, Erlebnissen und Begegnungen und auch mit schmerzhafter Trauer.

Leben ist Abschied

Nur kurze Zeit nach Veröffentlichung meines Romans „HUMMELLIEBE“ ist mein Schriftsteller-Kater gegangen. Er, der mir vor Jahren zugelaufen war, hatte mich erwählt. Er hatte wenig von einem Kater. Sehr schnell war deutlich, dass er mein Seelentier war. Es ist so: Wir haben Haustiere und manchmal ist unser Seelentier dabei. Der Verlust ist immer noch schmerzlich. Was bleibt ist tiefe Dankbarkeit, dass er viele Jahre Teil meines Lebens war.

Leben ist Spiel

Riesenspaß haben mir meine Suchspiel-Aktionen gemacht. Die Rheinische Post berichtete: „Autorin setzt ihre Bücher aus“. Zuerst in Rommerskirchen, später in Dornumersiel (Ostfriesland) und in Berlin habe ich jeweils ein liebevoll und wettersicher verpacktes Exemplar meiner „HUMMELLIEBE“ ausgesetzt und per Facebook mit Fotos auf die Aktion hingewiesen, begleitet von Fotos,  wo das Buch zu finden sei. Alle Beteiligten und ich hatten einen großen Spaß. Das werde ich mit Sicherheit 2017 fortsetzen.

In Ostfriesland durfte ich im Mai  zu einer Lesung im Reethaus einladen. Da die Lesung sehr kurzfristig organisiert worden war, waren wenige Gäste erschienen. Es hat dennoch großen Spaß gemacht, denn in kleiner Runde kann sich ein persönliches Gespräch entwickeln. Ich konnte wertvolle Hinweise für mich mitnehmen. Und ein gutes Gefühl, denn für meine „Sammelhummel“ wurde wieder großzügig gespendet.

„Deutschland summt!“

Die Initiative „Deutschland summt!“ der Stiftung „Mensch und Umwelt“ sorgt für den Erhalt des bedrohten Lebensraums von Bienen und Wildbienen, also auch für Emma`s Hummeln. Mit meinen Lesern und den Gästen meiner Lesungen übernehme ich eine Wildbienenpatenschaft.

http://wildbienenpaten.de/patenschaft.html

Ich bin sehr stolz, dass wir schon drei Patenschaften übernehmen konnten: die goldene, die bronzene und die Naturpatenschaft. Für 2017 würde ich gerne die silberne Wildbienenpatenschaft erreichen.

Ich habe sogar eine eigene Patenschaftsurkunde bekommen und werde auf der Seite der Stiftung „Mensch und Umwelt“ als Partner erwähnt. Dies als kleinen Hinweis für die, die mich nicht kennen und trotzdem ohne offiziellen Nachweis bereit waren zu spenden.

Wenn es gut läuft, kommt das Leben um die Ecke und holt aus …

Alles lief gut und ich konnte mich meinem nächsten Roman widmen: Die Fortsetzung zur „Hummelliebe“. Dann kam wie aus dem Nichts eine Email vom Verlag: Wir sind insolvent.

Es lief gut mit meinem Roman, ich hatte mich zur Frankfurter Buchmesse und auch zur Buchmesse Berlin angemeldet. Die Rheinische Post berichtete in einem halbseitigen Artikel über mich. Und mein Roman war nicht mehr bestellbar. Unvorstellbar!

Emma, meine Protagonistin kann nicht Abschied. Und ich auch nicht. Ich war sehr zufrieden gewesen mit der Abwicklung, stolz darauf, dass mein Buch in einem kleinen Verlag heraus gegeben wurde. Sie zeichneten sich aus durch ein qualitativ hochwertiges Papier, als guter Arbeitgeber und das spürte ich bei den Telefonaten mit den Mitarbeiterinnen.

Nach einer Zeit des Stillstands habe ich neue Angebote eingeholt und Anfragen verschickt. Im Januar werde ich entscheiden, wie es weiter geht.

Buchmessen

Die Buchmessen Frankfurt und Berlin waren ebenfalls eine wertvolle Erfahrung für mich. Mit vielen Ideen, Anregungen und einem überquillenden Kopf bin ich nachhause gekommen. Ich habe Bücher gesehen, die anscheinend lieblos produziert worden waren,  kalkuliert auf einen schnellen Euro. Diese Verlage und Dienstleister scheiden also aus.

Bücher können wie Seelentiere sein

Ich habe auf den Messen Bücher gefunden, die wie Seelentiere sind. Sie tun uns gut. Man will sie haben, lesen, angucken und fühlen. Natürlich träume auch ich von einem großen Erfolg als Schriftstellerin. Doch an erster Stelle steht die unbändige Lust am Schreiben.

Eine Zeit lang habe ich mir gewünscht, dass ich vom Schreiben leben möchte. Nur noch schreiben. Doch das bedeutet: Kein besonderes Mitspracherecht. Fremdbestimmt. Dazu kommt: Man muss schreiben. Man muss Termine einhalten. Mit diesem Bewusstsein war bei mir zumindest die Entscheidung gefallen, wie es mit der „HUMMELLIEBE“ und Teil II weitergeht bzw. wie nicht und wo nicht. Wie und wo - das ist noch offen.

Lesungen

Das Wort Lesung kommt von Auslese, glaube ich. Auf meinen Lesungen begegne ich der Auslese: Interessanten Menschen, die nicht nur zuhören, sondern auch etwas zu sagen haben und Bücher lieben.

„Wie viele Anmeldungen müssen wir haben, damit Sie lesen?“, werde ich oft gefragt. Ich lese.  Ich lese auch für einen Gast. Ich lese, weil ich gerne lese.

Und sonst so?

Ein weiterer Abschied von einem langjährigen Begleiter kam nun auf uns zu. 16 Jahre hat er uns begleitet, meine Familie und mich. Er war immer da, gehörte zu uns. Bei jeder Familienfeier bei uns zuhause. Doch nun war er in die Jahre gekommen, schwächelte und wir haben im November Abschied  von unserem Teppichboden genommen. Jeder, der bereits einmal mit einem alten Teppichboden zusammen gelebt hat, wird verstehen, dass uns dieser Abschied nicht schwer gefallen ist.

Zum Qi Gong bin ich 2016 kaum gekommen. Das möchte ich 2017 ändern.

Das würde ich nie tun!

„Das würde ich nie tun!“ Ich habe es getan. Aus Freundschaft. Mein Freundin hat es sich gewünscht und irgendwann hatte ich das Gefühl: Wir müssen es tun. Wir beide sind zwei Tage den Jakobsweg gegangen. Es war wirklich an der Zeit, einmal „danke“ zu sagen. Danke für alles, was gut ausgegangen ist. Diese zwei Tage waren berührend und haben sich tief in mein Herz gebrannt. Und ich glaube nächstes Jahr wird es wieder ein „Das würde ich nie tun!“ geben.

Familie und Freunde

Ich habe mir eine große Familie gewünscht. „Sollst du haben,“ erwiderte mein Leben. Meine Patchwork-Familie ist nun groß und wächst immer weiter. Zu meinen Kindern sind die Kinder „meines Menschen“ dazu gekommen und nun noch die Partnerinnen und Partner. Doch meine Familie ist weit verstreut: München und Berlin. Stommeln geht ja noch.

Annika hat nun das Nest verlassen und das Renovierungs-Gen, das sie nicht von mir hat, macht sich deutlich bemerkbar.  Andreas hat das Gen seines Urgroßvaters und seines Großvaters: lebenslanges Lernen. Beide Kinder stehen auf eigenen Füßen, das Nest ist leer. War es nicht erst gestern, dass wir eingezogen sind? Als beide Kinder ihre neuen Zimmer in Besitz nahmen und ich mein Bett im Wohnzimmer hatte? Als Freitagsnachmittags Familientag war und alle Essenreste der Woche auf den Tisch kamen (wie bei Emma) und wir stundenlang erzählten? Als getestet wurde, ob Toilettenpapier in der Toilette brennt? Und als Referate grundsätzlich zu dritt vorbereitet wurden und die Kinder nachhause kamen mit den Worten: „Mama, „wir“ haben eine zwei.“ Als ich endlich Mengenlehre kapiert habe und mich über das Klima in Australien auf Englisch unterhalten konnte und mein Sohn zu mir meinte: „Dein Englisch ist gar nicht so schlecht, Mama.“ (Ich weiß nicht, welche Erwartungshaltung er hatte. Es muss sehr weit unten gewesen sein. Mein Englisch ist nämlich mittlerweile sehr schlecht.)

Zuverlässig wie ich bin, habe ich meine Kinder weinend heraus geschwemmt. Wer mich kennt, kennt das. Man sollte nun meinen, dass mir mein Nest leer und groß vorkommt. Es ist aber so, dass es mir zu klein erscheint, für alle meine Ideen und Wünsche. Ich habe in Windeseile die ganze Wohnung belegt. Ein bisschen mehr Platz könnte ich noch gebrauchen. Ich glaube, da schlage ich aus der Art.

Ich würde gerne ein bisschen öfter alle „meine Kinder“ incl. Patchworkkinder und Partnerinnen und Partner an (m)einem Tisch sitzen haben. Da das nicht geht, freue ich mich umso mehr über jede Begegnung (auch wenn es nur ein kurzer Besuch am Messestand auf der Buchmesse Berlin ist), jede whatsapp und jedes Foto. Und genieße es auch, bei euch am Tisch zu sitzen und mich verwöhnen zu lassen.

Es ist schön, dass es euch gibt und es ist spannend zu sehen, wie ihr euch euer Leben aufbaut. Oder wie eine andere Freundin von mir sagt: „Ich finde die jungen Leute so toll!“

Meine Freunde sind Teil meiner Familie. Jedes Jahr, das wir gemeinsam verbringen, bringt uns näher zusammen. Emotional. Ich bin dankbar für diese Menschen, die mich mein Leben in traurigen Momenten aushalten lassen und die in fröhlichen Momenten mit mir lachen.

Emma:  Es gibt Leibwächter. Und es gibt Seelenwächter.

                Man nennt sie auch Engel. Oder Freunde.“

 

Und manchmal hat man das Glück und frühere Freunde kehren zurück in dein Leben. Nichts ist mehr, wie es war, und doch ist man sich vertraut wie früher. Ich glaube, mit zunehmendem Alter weiß man alte Freunde besonders zu schätzen.

2017

… möchte ich einiges ändern in meinem Leben. Ich werde mich zu Emma auf den Balkon setzen, mit einer Kanne Kaffee und ohne Zigaretten, in den Himmel schauen und auf den entscheidenden Wink warten.

Ich danke euch allen, die ihr mich 2016 begleitet habt. Ich danke euch für eure Liebe und Freundschaft, euren Rat, euer Lob und eure Kritik. Für den Kaffee oder Tee oder Glühwein, den wir getrunken haben … Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

Ich wünsche uns fröhliche Weihnachtstage und für 2017 Frieden und Gesundheit und ein bisschen Demut.

 

Herzliche Grüße

Eure Andrea Agnes Annette Moll