Andrea Agnes Annette Moll
Schriftstellerin auf dem Weg zu meinem ersten Buch ...

Anne, Maria und ich …    

4. Teil

Es entwickelte sich im Laufe der Jahre eine ziemlich gute Freundschaft zwischen Anne und mir. Es war auch naheliegend und ziemlich einfach. Unsere Kinder waren im gleichen Alter. Sie spielten oft zusammen und besuchten zuerst gemeinsam den Kindergarten, später die Schule. Da gibt es viele Berührungspunkte. Wenn man sich sympathisch ist, ist Freundschaft schnell entstanden. Was man halt so Freundschaft nennt. Doch ich würde es als Freundschaft bezeichnen. Heute, da ich älter und weiser bin, weiß ich, wie viele Formen der Freundschaft es geben kann. Na gut, vielleicht weiß ich nicht genau, wie viele. Ich weiß aber, dass es verschiedene Formen der Freundschaft geben kann.

Dass sich diese unsere Freundschaft einmal ändern würde, und wie es sich ändern würde, konnten wir nicht einmal ahnen.

Es begann, als meine Mutter nach einem Herzinfarkt verstarb. Von jetzt auf gleich. Den Tag vorher war ich noch bei meinen Eltern gewesen und hatte mit beiden in der Küche gesessen, und am nächsten Tag stand die Welt Kopf. Einige Tage kämpften die Ärzte um ihr Leben. Doch aussichtslos. Sie verloren den Kampf und ich meine Mutter. Es begann die Zeit des „Nie mehr!“ Sofort war Anne für mich da. Sie ließ mich nicht allein. Ich wusste, sie sitzt zuhause und lässt alles stehen und liegen, wenn ich sie brauche. Das war genau das Ereignis, wo wir beide vielleicht das erste Mal Maria bei unseren Treffen bewusster wahrnahmen. Sie war fürsorglich, liebevoll, ruhig, ausgeglichen, hörte uns zu. Sie war der ruhende Pol von uns dreien.

Morgen geht es weiter ...