Andrea Agnes Annette Moll
Schriftstellerin auf dem Weg zu meinem ersten Buch ...

Anne, Maria und ich …    

3. Teil

Maria war eher die Unsichtbare, Stille. Man nahm sie kaum wahr. Sie war zwar überall da, wo wir auch waren, aber sie war sehr zurückhaltend. Das passte auch.

Anne und Maria. Anne forsch und zackig. Maria besonnen und ruhig. Yin und Yang.

Und Maria und ich. Ach ja, mein Name ist Sofie. Aber das spielt nicht wirklich eine Rolle. Ich bin eher eine, die lange abwägt und überlegt. Und ängstlich bin ich. Maria gleicht auch das aus. Sie geht straight ihren Weg und ihre Art und Weise wirkt sehr beruhigend auf mich.

Als sich die Freundschaft zwischen Anne und mir langsam entwickelte … man merkt das ja nicht sofort, wenn Freundschaft beginnt. Ich meine: Wo ist der Anfang? Das Samenkorn sozusagen? Jede Begegnung kann in eine Freundschaft münden. Freundschaft ist wie ein Weg, den man geht. Und man merkt erst, dass man zusammen gehört, wenn man bereits ein ganzes Stück des Weges gemeinsam hinter sich hat. Es ist nicht so, dass man beschließt: Dieser Mensch ist mir sehr sympathisch. Das wird jetzt mein Freund.

Also: Als sich die Freundschaft zwischen Anne und mir entwickelte, war Maria, so unauffällig wie sie war, außen vor. Sie war zwar dabei. Aber man merkte es nicht. Kennt ihr das? Diese Stillen, Ruhigen. Sie sind da. Und wenn, sie nicht da sind, fehlt etwas. Die Frage ist, was da fehlt. Eben, weil sie die Ruhigen sind.

 

Morgen geht es weiter.