Andrea Agnes Annette Moll
Schriftstellerin auf dem Weg zu meinem ersten Buch ...

Tanten, Tanten … nichts als Tanten …        

Ich habe lesen gelernt und es geliebt. Von Anfang an. Endlich konnte ich lesen. Es war dann eine Tante, die mich ständig mit Lesestoff versorgte.Eine Tante, ebenfalls eine Leseratte, fragte mich jedes Mal, wenn wir zusammen kamen: „Was fehlt dir denn noch von …“ Hanni und Nanni, von Förster`s Pucki, von Nesthäkchen, vom Trotzkopf und wie sie alle hießen.

Diese Tante war es auch, dir mir immer ein bisschen mehr schenkte, als üblich war. „Weil das Kind doch so gerne liest!“

Das war die eine Tante. Die andere Tante, bei ihr und bei meinem Onkel verbrachte ich die schönsten Ferien. Auf ihrem Bauernhof. Sie liebte meine Geschichten, die ich schrieb. Abends nach dem Abendbrot wurde ich aufgefordert, sie vor zu lesen. Das lief immer gleich ab – fast ein wenig feierlich: Wir saßen alle am Küchentisch: Mein Tante, mein Onkel, die Nachbarin, die gerade Milch holen wollte und der „Knecht“. Ja, sie hatten noch einen Knecht. Er war aber eher ein adoptiertes Familienmitglied. Alle hörten andächtig zu. Es war meine Tante, die begeistert lachte und lobte und sich gar nicht mehr beruhigen wollte „wie schön sie doch schreibt, die kleine Andrea.“

Ich sage euch: Das prägt!“

Kam Besuch, wurde ich von meiner Tante aufgefordert, meine wunderbare Geschichte noch einmal vorzulesen. Und jedes Mal lachte sie wieder voller Begeisterung, lobte mich und holte ebenfalls bei den Gästen die Bestätigung meiner Fähigkeiten ein: „Ist das nicht wunderbar? In diesem Alter?“

Ich sage euch: „Das prägt!“

Liebe Tanten, ich sage euch hiermit einmal von Herzen danke: Ihr habt den Grundstein dafür gelegt, dass mir niemals langweilig ist. Ich liebe Bücher und mit Büchern geht es mir immer gut. Und wenn ich nicht lese, dann schreibe ich. Ob es gut ist, oder schlecht ist … ich weiß es nicht. Ich finde es gut. Denn so wurde ich geprägt.

… und ich schicke meinen Dank hinüber in die jenseitige Welt, zu Tante N. und zu Tante M.