Andrea Agnes Annette Moll
Schriftstellerin auf dem Weg zu meinem ersten Buch ...

Wir waren im Theater. Ein modernes Stück. Mitmach-Theater.

Ich bin sehr gespannt. Der Titel des Theaterstücks sagt mir nichts. Ich kann mir kaum etwas darunter vorstellen. Wir sind zu dritt. Vater, Mutter und erwachsenes Kind. Wir betreten den Raum. Schauen uns um. Ein Schauspieler steht bereits auf der Bühne. Er schaut uns an. Lächelt. Grüßt.

Wir erwidern die Begrüßung. Freundlich und schnell.

Stehen wir etwa auch auf der Bühne? Gibt es keinen Zuschauerraum? Anscheinend nicht. Das Publikum gehört gleichzeitig zu den Schauspielern. Wir spielen also alle mit.

„Er“, der Schauspieler spielt anscheinend die Hauptrolle und führt uns durch dieses von uns kreierte Stück. Theater to go? Er spricht uns an. Unser Ältester antwortet. Damit ist die zweite Hauptrolle festgelegt.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht.

Ganz einfach und ohne Pausen ergibt sich ein natürlicher Dialog. Klar, der Hauptpart gehört dem Haupt-Akteur dieses Theaterstücks. Er fragt und antwortet, informiert ausführlich, fordert uns auf zu Aktion und Reaktion.

Und da es ein modernes Theaterstück ist, sind wir alle per du.

„Wie meinste dett jetzt?“

„Mach doch mal vor.“

„Achso, jetzt versteh ick, du meinst, wenn du …“

„Ja, probier` mal aus, lauf mal eine Runde.“

„Nein, nein, nein … so nicht. Mir brauchst du nichts zu erzählen. Das sehe ich doch auf den ersten Blick.“

Ach, guck. Nun ist mein Freund an der Reihe. Sein Part beginnt. Er spielt überzeugend. Ist mitten drin in seiner Rolle. Zeigt, vergleicht, erklärt, argumentiert …

Ich? Ich habe eine kleine Nebenrolle. Ist auch nicht mein Thema. Aber immerhin. Sehr interessant. Ich höre aufmerksam zu, gehe mit. Lerne dazu. Nein, das hätte ich nicht gedacht, dass man dieses Thema so interessant darstellen, erklären, spielen kann. Ohne Texte zu lernen. Ohne Probe.

Wir lachen und scherzen. Alles ganz natürlich.

Während des Stückes hatten wir viel Spaß, haben improvisiert und dazu gelernt …

Jetzt wollt ihr sicher endlich mehr über das Stück wissen? Die Handlung. Das Thema.

Wir waren in einem sehr kleinen und sehr übersichtlichen Geschäft in Berlin, haben uns beraten lassen und ein Paar Barfuß-Schuhe gekauft. Für den Ältesten.

Theater kann überall sein.

Und diese Geschichte ist mal wieder teilweise autobiografisch.

 

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag, “spielt“ heute mit in einem schönen Theaterstück

Eure

Andrea Agnes Annette Moll

 

PS: Wen es interessiert: Barfuß-Schuhe heißen nicht Barfuß-Schuhe, weil man sie barfuß – also ohne Socken trägt – so wie ich angenommen habe. Barfuß-Schuhe sind Freiheit-für-die-Füße-Schuhe. Der Barfuß-Schuh verhilft dir wieder zu einem natürlichen Gang, wo du (so wie es sein sollte) mit dem Vorderfuß auftrittst, statt mit der Ferse. Zum Fersengang werden wir durch unser starres Schuhwerk gezwungen. Mit dem Barfuß-Schuh wird deine Schrittlänge kürzer. Dein Gleichgewicht wird verbessert, die Fußmuskulatur gestärkt. Du spürst jede Unebenheit auf dem Boden und reagiert viel schneller. Du wirst vom Jogger zum Läufer. Und wenn du das erste Mal in Barfuß-Schuhen gehst, dann sieht es aus und hört sich an, als ob du mit Taucherflossen unterwegs bist.